Wettkämpfe?

Ich lese in einigen Lauf-Blogs (siehe Linkliste) regelmäßig per RSS-Feed mit. Dabei habe ich festgestellt das fast alle auf die Teilnahme an Wettkämpfen hin trainieren. Die sind das “Salz in der Suppe”. Man möchte sich mit anderen messen und durch eine offizielle Zeitmessung seine eigene Leistung bestätigt bekommen. Oft ist auch schon von der Vorfreude zu lesen wenn die Unterlagen für den Start gekommen wie Beispielsweise die Startnummer gekommen sind.

Auf dieser Seite geht es um die Entwicklung bei mir zum Thema Wettkämpfe. Wie von mir in diesem Blog schon an der einen oder anderen Stelle geschrieben, habe ich bisher noch nicht an Wettkämpfen teilgenommen.

Das hat folgende Gründe:

  • Ich meine das ich einfach zu langsam bin für Wettkämpfe. Das gilt für das Laufen, wie fürs Schwimmen oder für das Radfahren. Die Natur hat meinen Körper mit einer Art Funktionseinschränkung ausgestattet, einer Bewegungsstörung. Die wirkt sich beispielsweise auf die Geschwindigkeit meiner Bewegungen aus. Dadurch sind für mich auch bei härtesten Training Zeiten von beispielsweise 4:xx Minuten pro Kilometer unerreichbar. Ich würde maximal ein Tempo im Bereich von 5:xx Minuten pro Kilometer erreichen.
  • Ich möchte nie wieder Letzter sein. In der Schule war ich damals immer der Letzte gewesen. Es gab dort die “Bundesjugendspiele” das waren Wettkämpfe bei denen man zur Teilnahme gezwungen war. Als immer Letzter war ich dem Spott der Mitschüler ausgesetzt. Dieses wirkte so wie der ganze mit dem Schulsport verbundene Ärger demotivierend. Das Risiko bei einem Wettkampf Letzter zu werden ist mir zu groß. Beispielsweise sind bei vielen 10 km-Läufen die Ergebnislisten bei Zeiten über einer Stunde schnell zu Ende.
  • Fast alle Wettkämpfe finden am Vormittag statt. Ich habe festgestellt das mir das Laufen am Vormittag in der Regel erheblich schwerer fällt als am späten Nachmittag oder am Abend. Somit besteht das Risiko das ich das Ziel nicht oder als Letzter erreiche.
  • Ich habe nicht den Drang mich mit anderen messen zu müssen. Schon weil ich weiß das ich mit vielen grundsätzlich mich nicht messen könnte. Siehe den ersten Punkt in dieser Liste.
  • Ein Training welches auf die Teilnahme an Wettkämpfen oder an einen bestimmten Wettkampf ausgerichtet ist, würde mich unter Druck setzen. Ich müsste dann unbedingt bestimmte Ziele erreichen. Einen solchen Druck möchte ich mich nicht aussetzen.
  • Ich laufe zu wenig. Ein Training für Wettkämpfe würde eine erhebliche Steigerung erfordern. Das würde mich unnötig unter Druck setzen und ich habe die Bedenken das ich mich damit körperlich überfordern könnte.
  • Für Wettkämpfe beim Radfahren gelten alle vorgenannten Punkte ebenso. Bei Rad-Wettkämpfen wird mit mindestens 23 km/h im Durchschnitt gefahren. Ein solches Tempo ist für mich illusorisch.
  • Beim Schwimmen bin ich grundsätzlich viel zu langsam, außerdem kraule ich nicht.

Ich habe aus diesen Gründen bis auf Weiteres keine Wettkämpfe geplant. Daher kann ich auch leider keine Bestzeiten vorweisen.

Es muss aber nicht immer so bleiben, Veränderungen sind in der Zukunft durchaus möglich. Jedoch nur ohne Druck und ohne Gefahr einer Überforderung.

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12 Kommentare

  1. gravatar

    Hannes

    um 18:12 via Website

    23 Mrz 2009

    Bernd, ich finde das richtig gut, wie du damit umgehst. Du siehst für dich keinen großen Sinn / Vorteil darin, an solchen Läufen teilzunehmen, und deswegen lässt du es einfach, ohne dich möglicherweise von den anderen mitreißen zu lassen. Das nenne ich vernünftig!

    Hab weiter deinen Spaß beim Laufen, ohne Ziele nachzueilen ;)

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  2. gravatar

    Evchen

    um 00:00 via Website

    16 Aug 2009

    Gefällt mir, daß Du hier nun auch die Kommentarfunktion freigegeben hast. Die festen Seiten waren ja auch die ersten, die ich hier besucht habe und die sind ja auch für den ersten Eindruck da. Ich überlege sogar, ob ich das auch bei mir übernehmen soll…
    Ich finde Deine Einstellung nicht nur gut, sondern sogar bemerkenswert. Würde ich mir keine Ziele setzen, die meinen Ehrgeiz und meine Disziplin fordern, würde ich auch nichts tun. Du beweist aber eindrucksvoll, daß es Menschen gibt, die das können.

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    • gravatar

      Bernd

      um 16:22 » Autor-Kommentar «

      16 Aug 2009

      @Evchen
      Ich bin einfach ohne große Ziele aktiv. Die Kommentarfunktion sollte eigentlich auch immer bei den festen Seiten funktionieren, die war abhanden gekommen und nun ist sie wieder da nachdem ich das gestern bemerkt hatte.

  3. gravatar

    Xooyoo

    um 23:43 via Website

    16 Aug 2009

    Respekt, dass du es hinkriegst auch ohne den “Druck” dich regelmäßig aufs Rad zu schwingen oder zu Laufen. Ohne den “Druck” dass ich einen Wettkampf in 2 oder 3 Wochen absolvieren muss, geht bei mir viel weniger. Dann beschließe ich kurzerhand: Ach heute wird nicht trainiert, und schon häuft sich diese laxe Einstellung, und damit die Trainingsausfälle. Von daher hau ich mir gerade eher aktiv Wettkämpfe in den Zeitplan rein, um ja nicht mit dem Trainieren aufzuhören…

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    • gravatar

      Bernd

      um 12:10 » Autor-Kommentar «

      17 Aug 2009

      @Xooyoo
      Meine Motivation ist einfach Spaß und Freude an der Bewegung. Da bin ich dann von ganz allein unterwegs weil ich es einfach will und weil mir sonst was fehlt, lustlos bin ich nur selten.

  4. gravatar

    Saba

    um 08:23 via Website

    21 Aug 2009

    Klasse, wie du das beschreibst. Bei mir ist es ähnlich: ich habe im Mai an einem 10 km Wettkampf teilgenomen und warte heute noch auf den “Kick” der mich erreichen sollte.

    Die Zeit war nicht so schlecht, wie ich dachte, aber ich war trotzdem enttäuscht. Weiß nicht mal genau wovon. Aber seitdem laufe ich wieder mein eigenes Wohlfühltempo und gut ist. Mit anderen messen würde ich mich wohl gerne – bin dazu aber eindeutig nicht schnell genug und lasse es also besser, als mich wieder zu fühlen wie bei den Bundesjugendspielen. :)

    Antworten

    • gravatar

      Bernd

      um 11:36 » Autor-Kommentar «

      21 Aug 2009

      @Saba
      Wenn es denn bald bei mir wieder mit dem Laufen richtig losgeht, dann bleibt es bei meinem Wohlfühltempo. Ich habe auch nicht vor das zu ändern.

  5. gravatar

    Marco

    um 12:53 via Website

    09 Okt 2009

    Welch eine schöne Einstellung. Ich wünschte ich könnte auch so denken. Aber ich messe mich gerne mit anderen (indirekt) wobei ich für die ganz schnellen Rennhirsche zu langsam und zu schwer bin ;-)
    Gottlob ist das bei den Ultraläufen ganz anders. Hier steht die Gemeinschaft noch im Vordergrund. HIer macht es Spaß zu laufen und man kann lange mit anderen Quatschen.

    Mach weiter so und bleib wie du bist!

    Gruß
    Marco

    Antworten

    • gravatar

      Bernd

      um 17:30 » Autor-Kommentar «

      09 Okt 2009

      @Marco
      Ich rede auch gerne mal beim Laufen mit anderen, die Gelegenheit dazu habe ich ja beim Lauftreff. Vor Deinen Leistungen habe ich großen Respekt. :-)

  6. gravatar

    frau kuni

    um 12:54 via Website

    07 Feb 2010

    hallo Bernd, Danke für Deinen netten Kommentar auf meiner Seite. Ich habe natürlich hier mal geschaut.. Ich finde es große Klasse, dass Du Dich trotz Deines Handicaps für den Sport begeistern kannst. Das können nicht viele. Unter “Bewegungsstörung” kann ich mir nicht wirklich etwas vorstellen, aber dass es Dich einschränkt, ist klar.

    Ein Tipp zum Thema Wettkampf: es gibt sehr viele unterschiedlich ausgerichtete Laufveranstaltungen. Bei manchen kommt man tatsächlich mit einer Halbmarathonzeit von knapp unter 2 Stunden ziemlich weit hinten ins Ziel. Bei anderen läuft man damit gut im Mittelfeld und hat mit einer Zeit von 2:30 (die ich bei Dir sehen würde) noch genügend andere hinter sich. Generell gilt: je GRÖSSER die Veranstaltung ist, desto mehr Freizeitläufer sind dabei.

    Schwimmwettkämpfe kannst Du tatsächlich gleich vergessen, wenn Du ausschließlich Brust schwimmst. Es gibt jedoch immer wieder Volksschwimmen, bei denen es nur um das Zurücklegen der Strecke geht. Beim Gnadenseeschwimmen am Bodensee schwimmt der Sieger zum Beispiel knapp über 20 Minuten, während die letzten nach fast 2 Stunden mit trockenen Haaren aus dem Wasser kommen. So etwas würde Dir bestimmt auch Spaß machen.

    Wichtig finde ich, dass man für sich selbst die Veranstaltung wählt, bei der man sich dann auch wohl fühlt. Doch egal wie Deine Platzierung aussieht, Du wirst hinterher unheimlich stolz sein, dass Du etwas geschafft hast. Darum würde ich Dir zu einer Veranstaltung zuraten wollen.

    Grüße von frau kuni :)

    Antworten

    • gravatar

      Bernd

      um 14:01 » Autor-Kommentar «

      07 Feb 2010

      @frau kuni
      Die Bewegungsstörung wirkt sich auf die Geschwindigkeit und auf Handarbeit aus, steht aber sonst eigentlich nur auf dem Papier.

      Mag sein das es für mich geeignete große Veranstaltungen gibt, bei denen das Risiko als Letzter im Ziel anzukommen für mich nicht so groß ist. So richtig kann ich mich nicht für die Teilnahme an solchen Veranstaltungen erwärmen. Da ich aber immer mal wieder über das Thema nachdenke, nehme ich Deinen Kommentar gerne als Anregung dazu. :-)

  7. gravatar

    frau kuni

    um 17:34 via Website

    07 Feb 2010

    es besteht auch keinerlei Anlass, warum man einen Wettkampf laufen sollte. In jedem Fall solltest Du es dann nicht als Stress empfinden sondern als puren Spaß. Nur WENN Du es machen möchtest, dann TRAU Dich auch. Du kannst Dich ggf gerne bei mir melden, kann Dir evtl bei der Auswahl behilflich sein..

    Antworten

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