Gestern fand das WM-Achtelfinale Deutschland gegen England statt. Bei mir hieß es da aber Radeln statt Fußball und so fand mein persönliches Achtelfinale gestern nicht in Südafrika statt sondern auf dem Land, im Umland von Hamburg.
Hier nun der Spielbericht. Zuerst ging es zum Austragungsort. Das war bei mir nicht Bloemfontein sondern Großhansdorf. Dort ging es mit der U-Bahn hin. Ich nutzte einfach die Möglichkeit die es hier gibt mit der U-Bahn fast auf das Land zu kommen.

14:55 Uhr – 1 Stunde 5 Minuten vor Spielbeginn: Die Tour beginnt am U-Bahnhof Großhansdorf.
Los geht es, erst einmal aus den Ort Großhansdorf hinaus den Beimoorweg entlang.
15:03 Uhr – 57 Minuten vor Spielbeginn:

Gerade mal 2 km vom U-Bahnhof entfernt ist man schon auf dem Land angekommen. Nun heißt es die Ruhe auf dem Land genießen. Bestes Wetter bietet dazu die beste Gelegenheit.

15:08 Uhr – 52 Minuten vor Spielbeginn: Im “Staatsforst Trittau”.
Weiter geht es in Richtung Hammoor unter blauem Himmel ins Grüne.

15:22 Uhr – 38 Minuten vor Spielbeginn: Während in Südafrika dort in Bloemfontein und vor den Fernsehschirmen und Großbildwänden alles dem Spielbeginn entgegen fiebert, sehe ich grünes Weideland unter blauem Himmel.

15:41 Uhr – 19 Minuten vor Spielbeginn: Die Spannung steigt immer weiter auf dem Fan-Fest und im Stadion. Ich hingegen sehe Kühe auf dem Rasen ohne solche Anspannung, sie strahlen einfach Ruhe aus. Ruhe die bei der Autobahn im Hintergrund fehlt.

16:00 Uhr – Das Spiel beginnt.:Anpfiff, Anstoß in Südafrika beginnt das Spiel. Ich bin gerade unterwegs auf dem Radwanderweg von Bad Oldesloe nach Trittau in Richtung Trittau. Bei Spielbeginn bin ich gerade bei Kilometer 279. Der Weg war früher mal eine Bahnstrecke, die Kilometersteine erinnern noch daran.

16:18 Uhr – 19. Spielminute: Nach einer Pause in der ich etwas getrunken hatte ging es weiter. Zu sehen gibt es Kornfelder statt Fußballfelder.
Der Radwanderweg ist plötzlich zu Ende oder unterbrochen. Nun geht es Straßen entlang, Straßen auf dem Land wo auch an normalen Tagen nicht so viel Verkehr ist. Gestern aber, da herrschte dort fast überall “tote Hose”. Es waren nur ganz wenige Autos unterwegs und zwei Rennradfahrer kamen mir entgegen.

16:55 Uhr – Halbzeit: Es ist Pause, die Mannschaften sind in der Kabine. Auf dem Fußballplatz ist kein Mensch. Nicht nur in Südafrika sondern auch in Todendorf.
Weiter ging es den ruhigen Straßen entlang, in Richtung Hoisdorf.

17:14 Uhr – 60. Spielminute: Am ehemaligen Bahnhof Hoisdorf geht es nun auf den Radwanderweg in Richtung Glinde.


17:27 Uhr – 73. Spielminute: Ich mache die nächste Pause, auch um etwas zu trinken. In diesem Fall Apfel-Kirschsaft der sich einfach gut für unterwegs eignet. Diese Pause am Radwanderweg in der Nähe von Siek wird mir im Gedächtnis bleiben. Denn spätestens bei dieser Pause, da war die Ruhe auf dem Land passé. Ich hatte mich gerade auf die Bank gesetzt, da hörte ich ein Knallen, was auch von weiter her kommen konnte und das Tröten der Vuvuzelas dazu. Den Lärm gab es also auch auf’m Land. Überhaupt hatte ich unterwegs mehrmals Vuvuzelas und auch lauten Applaus und “Ja”-Rufe von Leuten die draußen vor dem Fernseher saßen gehört. Also war mir klar, da muss es mehr als ein Tor gegeben haben.

17:37 Uhr – 83. Spielminute: Kornfeld statt Fußballfeld. Ich bin immer noch auf dem Radwanderweg und nun nicht mehr sehr weit von Stellau entfernt.

17:51 Uhr – die Nachspielzeit ist beendet: Während in Bloemfontein die Nachspielzeit zu Ende gegangen sein wird, es sei denn das es in der ersten Hälfte schon vier Minuten Nachschlag gab, reicht mein Blick nochmal ins Grüne.

18:00 Uhr – 6. Minute der Verlängerung: Ich bin gerade zwischen Stellau und Stapelfeld unterwegs.

18:07 Uhr – 13. Minute der Verlängerung: Gleich ist die erste Hälfte der Verlängerung um, ich hingegen schaue mir den kleinen Teich in Stapelfeld an.
Von Stapelfeld aus ging es nun nach Hamburg hinein, in Richtung Rahlstedt und schließlich zurück nach Hause.
Mein persönliches Achtelfinale hatte eine Verlängerung, Verlängerung? Verlängerung!
Erst um 18:50 Uhr, erfolgte bei meinem Achtelfinale der Abpfiff, eine wahnsinnig lange Verlängerung. Da entstand 400 Meter vor der Haustür am U-Bahnhof Farmsen dieses kleine Video:
Ein wunderschönes persönliches Achtelfinale war zu Ende.
Nachmittagstour am Sonntag
Distanz: 59,85 km (GPS-Distanz: 59,12 km)
Zeit: 3:05:48
Ø: 19,33 km/h
Kilometerschnitt “Pace”: 3:06 Minuten pro km
Höhenmeter: 185 m
Temperatur: 27 °C
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Sehr schöner Bericht. Ich hab das Spiel nicht gesehen, aber es kann nicht besser gewesen sein.
@bbbaschtl
Auch wenn ich nun ein in die Geschichte eingehendes “Skandaltor” versäumt habe, es war eine schöne Alternative so ein persönliches Achtelfinale in der Natur zu erleben.
Ich finde, Du hast den Sonntag Mittag optimal genutzt! Ich war mit Schatzi auch unterwegs (allerdings nicht so sportlich wie Du, sondern mit dem Cabrio) und wir haben an einem Weserstrand von Weitem anhand der Jubelrufe den jeweiligen Spielstand immer erraten. Macht auch Spaß!
P.S. Das sind wieder mal klasse Aufnahmen!!
@Eddy
Auf den Spielstand konnte ich auch einige Rückschlüsse ziehen anhand der Geräuschkulisse. Mir war unterwegs schnell klar das es da bei dem Spiel keine Verlängerung gibt. Dafür waren zu oft Vuvuzela und Co. zu hören. Ich kann mir vorstellen das es da am Strand der Weser auch schön war.
Bernd, ein herrlicher Bericht und da ich ihn nach dem Spiel lesen konnte, konnte ich ihn auch genießen. Denn bei uns werden die Spiele schon geschaut. Hach, mit Sonne sieht direkt alles freundlich aus.
@Evchen
Das erfreut mich sehr, das Du den Bericht genießen konntest. Es war auch wunderschön und ein schönes Ende hatte dieses Achtelfinale auch gehabt, passend zum Wetter.
Mal wieder ein ganz toller (Spiel)Bericht mit tollen Fotos
So kann man die WM auch verbringen!
@Ralph
Stimmt, so kann man die WM auch verbringen. Nur leider sollen es am Samstag laut Wetterbericht 32° werden. Das ist mir dann für ein persönliches Viertelfinale auf dem Rad zu viel des Guten.