Das Besondere bei mir…

Mich hat ein Beitrag von Evchen (Miss Monster) zu einigen Gedanken angeregt. In dem Beitrag stellt sie eine Frage mit der ich mich hier nun beschäftigen möchte:

Also, mich macht der Gedanke, eine unter Vielen und damit wie jeder Andere zu sein, nicht glücklich. Euch etwa?

Mich macht ein solcher Gedanke auch nicht glücklich. Ja ich bin einer von vielen aber doch auch etwas Besonderes, zumindest unter den Bloggern die sich mit dem Laufen beschäftigen, weiche ich doch deutlich von der “Masse” ab. Ich meine das ich sogar ein Exot unter den Lauf-Bloggern sein könnte.

Nun was ist das Besondere bei mir? Die Antwort auf diese Frage ist einfach. Was mich von der “Masse”, gemeint ist hier die Masse der Blogs mit Schwerpunktthema Laufen, unterscheidet ist einmal die Tatsache das ich die wohl “typische Läuferkarriere” praktisch nicht mitmache.

Für mich sieht die “typische Läuferkarriere” wie sie sich aus sehr vielen Blogs herauslesen lässt folgendermaßen aus.

  • Der Laufeinstieg, oder Wiedereinstieg erst Minutenläufe dann werden die Gehpausen immer kürzer
  • Der erste Lauf von 30 Minuten
  • 5 Kilometer werden geschafft
  • Der erste Lauf von einer Stunde Länge
  • 10 Kilometer werden geschafft
  • spätestens jetzt, der erste Wettkampf (Volkslauf)
  • nun regelmäßige Wettkämpfe
  • 10 Kilometer reichen nicht, nun werden 15 Kilometer geschafft
  • 20 Kilometer
  • Der erste Halbmarathon wurde geschafft
  • jetzt werden regelmäßig Halbmarathons gelaufen, zur Abwechslung auch mal kürzere Strecken
  • diverse Wettkämpfe
  • Halbmarathon reicht nicht, es muss ein ganzer werden
  • immer mehr Training mit immer längeren Läufen
  • der erste Marathon steht an
  • der erste Marathon wird geschafft
  • regelmäßig werden Marathons, Halbmarathons und auch kürzere Strecken in Wettkämpfen gelaufen
  • das reicht immer noch nicht, die Strecken müssen noch länger werden
  • nächstes Ziel Ultralauf, 50 km, 100 km, 200 km, 250 km, 6-Stundenlauf, 24 (48)-Stundenlauf
  • Ultraläufe werden geschafft, nun regelmäßige Ultraläufe
  • Es werden 5000 km und mehr pro Jahr gelaufen, nach oben offen
  • Schließlich als Höhepunkt Extremläufe (Wüstenmarathon, Marathon im Polareis, Läufe im Hochgebirge) und wenn man beim Triathlon dabei ist Teilnahme am Ironman auf Hawaii

Ich habe von dieser Läufer-Karriere die ersten 5 Schritte absolviert, die 10 km schaffe ich und darüber hinaus 12 km vielleicht mal ein paar Kilometer mehr. Aber immer längere Strecken sind für mich kein Ziel, auch weil ich befürchte mich mit längeren Strecken körperlich zu überfordern. Weniger ist für mich mehr.

Außerdem unterscheide ich mich von der “Masse” wohl auch dadurch, das ich nicht nach Plan laufe. Ich brauche kein System welches mir vorgibt wie ich zu laufen habe, verzichte zudem auf eine Pulsmessung. Mein neues technisches Spielzeug könnte auch als Pulsuhr genutzt werden. Ich habe aber absichtlich keinen Brustgurt mit Puls-Sensor dazu besorgt, eben damit es keine Pulsmessung gibt.

Ich laufe ohne Druck, es gibt keine großen Ziele die ich erreichen möchte. Damit unterscheide ich mich wieder von sehr vielen anderen, denn in vielen Blogs kann ich von den geplanten Zielen lesen. Sei es ein Halbmarathon, Marathon oder Ultralauf. Ich zeige das man auch ganz ohne Druck, ganz ohne Ziele, ganz ohne Plan nur für sich laufen kann.

Es stört mich zudem nicht, wenn ein Lauf oder auch mehrere Läufe ausfallen. Wenn ein Winter wie wir ihn nun hatten für eine wochenlange Zwangspause sorgt, die für mich eine gute Regeneration war. Da fallen die Läufe dann aus, mich zwingt keiner und so gibt es dann auch keine Spikes, nur damit ich auf Schnee und Eis unbedingt meine geplanten Läufe abspulen kann.

Jeder hat seine Besonderheiten, jeder und meine Besonderheit ist eben das man hier bei mir weder von Halbmarathon noch vom Marathon lesen wird.

Das gilt letztendlich auch für das Radfahren, denn in den Blogs zum Radfahren da geht es in erster Linie ums Rennradfahren. Ich habe kein Rennrad und fahre in einem Tempo bei dem Rennradler einschlafen. Auch das unterscheidet mich vielleicht von der “Masse”.

Kurz, ich kann einfach mal behaupten ich bin was “Besonderes”, auf keinen Fall ein Einheitstierchen. Zwar einer unter vielen aber nicht wie jeder andere. Ich akzeptiere von jedem seine Art und seine Besonderheiten, respektiere und bewundere die Leistungen die andere erbringen, gratuliere auch gerne per Kommentar zu den Leistungen und zu Bestzeiten und drücke anderen regelmäßig die Daumen, damit sie ihre Ziele erreichen. Selber komme ich prima ohne dem aus.

Evchen meint sie wäre eine kleine Flamme, wenn sie eine ist so kann auch ich eine sein. Jeder kann eine sein und jede leuchtet anders. :-)

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14 Antworten auf Das Besondere bei mir…

  1. bbbaschtl sagt:

    Zumindest nach Deinen Blogbeiträgen bist Du keineswegs einer “wie jeder Andere” sondern ein angenehm “leistungsunorientiertes” Exemplar eines Genussmenschen. Da können sich viele verbissene und letztendlich mit sich unzufriedene Freizeitsportler, seien es Läufer oder Radler, eine dicke Scheibe abschneiden. :!:

    • Bernd sagt:

      @bbbaschtl
      Verbissen möchte ich auch nie sein, denn dann stünde ich ständig unter Druck und würde mich immer nur ärgern wenn ich wieder einmal ein Ziel nicht zu mindestens 100% erreicht habe. Es erfreut mich wenn ich auch ein kleines “Vorbild” sein kann für andere. :-)

  2. Ralph sagt:

    Schließe mich da voll und ganz dem bbbaschtl an!! Bei dir geht es wenigstens so ganz ohne wettkampfmäßigen Ehrgeiz ab :D

  3. Lieber Bernd,
    natürlich bist Du nicht einer unter vielen und das hsst Du auch wunderbar in Deinem beitrag begründet.
    Für mich ist es aber unabhänig von Deinen angeführten Gründen eh niemand, denn jeder Mensch ist etwas besonderes, weil er einzigartig ist. Sich dessen bewusst zu sein, stolz drauf zu sein ist in meinen Augen das Geheimnis :)

  4. Sabine sagt:

    Lieber Bernd, das ist ein bemerkenswertes Posting und regt mich sehr zum Nachdenken an. Irgendwo hast du Recht: immer schneller, immer weiter, immer mehr.
    Gesund kann das auf Dauer nicht sein. Man sollte auch an die Zukunft denken. Den Sport betreiben wir ja zur Gesunderhaltung und nicht, um uns später aufgrund von überehrgeizigen Zielen und Trainings nicht mehr richtig bewegen zu können (kann vorkommen, muss natürlich nicht).

    OHNE DRUCK – das klingt gut, schön und richtig. Wer sagt, dass man “nach Plan” laufen muss!? Trainingspläne hat es bei mir bis dato übrigens auch noch nicht gegeben.

    Ich werde mich gedanklich mit deinem Posting noch weiter auseinandersetzen.

    Danke, Bernd.

    • Bernd sagt:

      @Sabine
      Schön wenn dieser Beitrag von mir zum Nachdenken anregt. Mir war das immer weiter und immer mehr ständig aufgefallen. Das mit dem Laufen nach Plan, das war mir nur aufgefallen da es in vielen Blogs darum geht. Da hat dann das XY-System “für heute einen Lauf im 5:50 er Schnitt vorgesehen” oder so ähnlich lese ich immer wieder. Für mich wäre das ein unnötiger Druck. Genauso wäre ein hohes Ziel vorzugeben für mich ein unnötiger Druck.

  5. ultraistgut sagt:

    Lieber Bernd, das hast du sehr schön geschrieben, und ich denke, es ist wie im wirklichen Leben, wir unterscheiden uns eben alle von einander, und auch ich möchte nicht mit der Masse marschieren und tue es auch nicht, sondern ich tue – wie auch im Privatleben – das, was mir gefällt, ob es anderen passt oder nicht, ebenso beim Laufen, ich bin eine Genuss-Läuferin, die lange Strecken mag, sie so läuft, wie ich lustig bin, auch nicht nach Plan und irgendwelchen Empfehlungen, sondern so, wie mir es am besten gefällt.

    Jeder von uns ist anders, das kann man sehr gut auch in den unterschiedlichen Blogs lesen – und das ist gut so.

    8)

    • Bernd sagt:

      @Margitta
      Genau so ist es bei mir auch, ich tue auch genau das was mir gefällt und bin auch ein Genuss-Läufer, nur halt auf kürzeren Strecken. Dann kommt noch das Radfahren dazu. Wäre nicht jeder anders, es wäre einfach langweilig. :-)

  6. Hannes sagt:

    Ja, lieber Bernd, so bist du. Wobei ich doch fand, dass du in den letzten Monaten durchaus mal gerne auf das Tempo geschaut hast und sich da etwas getan hat. Die Hoffnung hatte ich ja heimlich noch nie aufgegeben, dass du doch mal in der Masse rennst wie ein Verrückter auf der Suche nach dem Ziel *grins*

    • Bernd sagt:

      @Hannes
      Ich habe tatsächlich ein wenig auf das Tempo geschaut. Einfach weil mir die schnelleren Läufe mehr Spaß gemacht haben und es mir vor allem auf den Spaß ankommt. Es steht sonst nichts dahinter, erst recht nicht irgendein zu erreichendes Ziel. 8)

  7. Evchen sagt:

    Lieber Bernd,

    also erstmal freut es mich wie Bolle, daß ich Dich mit meinem Geschreibsel zu den schönen Worten hier inspiriert habe! *gerührtbin*

    Und ja, jeder ist etwas Besonderes und jeder sollte sich etwas wert sein. Genau so meinte ich meinen Beitrag!

    Daß ich es immer wieder bestaune und bewundere, wie Du es völlig ohne feste Ziele schaffst, Dich zu motivieren, habe ich bereits einige Male erwähnt und tue es hier gern wieder.

    Deine ganze sanfte, nachdenkliche und freundlich Art und nicht nur Deine Art zu sporteln ist besonders. Mach weiter so! :-D

    • Bernd sagt:

      @Evchen
      Ja Dein Beitrag hat mich zum Nachdenken angeregt. Er hat bewirkt das ich einige Worte die ich immer schon mal schreiben wollte endlich mal schreiben konnte, Dein Beitrag war für mich der Anlass dafür. Gerne werde ich auch einfach so weiter machen wie bisher. :-)