Nach einer Umfrage welche die DLRG im August 2008 durchführen lassen hat, können 23,3 % der Befragten nicht oder schlecht schwimmen. Eine Zahl die nachdenklich macht und die jetzt zum Sonntagsthema bei mir geworden ist. Im Statement des DLRG-Präsidenten zu dieser Umfrage heißt es:
Ein Viertel der Bevölkerung kann gar nicht oder nur schlecht schwimmen. Der Stellenwert des Schulschwimmunterrichts ist offenbar deutlich zurückgegangen und ist bisher überschätzt worden. Die fortschreitenden Bäderschließungen wirken sich speziell auf die schwimmerischen Fähigkeiten der gegenwärtigen Schülergeneration negativ aus. Die deutlich geringere Schwimmfähigkeit älterer Menschen zeigt sich heute auch in einer Zunahme der Ertrinkungsfälle.
Demnach haben nach Angaben der befragten Eltern lediglich 17,1 % der Kinder in der Schule schwimmen gelernt. Der Schwimmunterricht in den Schulen nimmt ab, es wird immer mehr gespart und die Schließung von Bädern oder deren Umwandlung in Spaßbäder in denen ein Schwimmunterricht nicht möglich ist tut ihr übriges.
Ich selber hatte das Glück, das ich in der Schule und zusätzlich privat, schwimmen lernen konnte. Als ich damit anfing bestand in einem großen Hamburger Sportverein auch für Kinder die körperlich nicht mit anderen mithalten konnten, die Möglichkeit dort zu schwimmen. Dort gelangen mir dann zwei Abzeichen, in Bronze (“Freischwimmer”) und in Silber (“Fahrtenschwimmer”). Beim Schwimmunterricht in der Schule hat man diese privaten Leistungen anerkannt. Im Zeugnis schwankte ich daher immer zwischen einer 2 und einer 3. Das war zu einer Zeit, als ich im Sportunterricht keine Note hatte oder mir von den Lehrern mit einer 6 gedroht wurde. Da ließ sich dann meine damalige Klassenlehrerin dazu verleiten im Zeugnis eine entsprechende Bemerkung zu schreiben:
Bernd hat schnell das Schwimmen erlernt. Es wäre schön wenn er sich beim Turnunterricht mit der gleichen Freude bewegen würde wie im Wasser.
Es wäre damals auch schöner gewesen, hätte man im Turnunterricht ebenso Fortschritte honoriert und nicht bei jedem, unabhängig von seinen körperlichen Gegebenheiten irgendwelche Leistungen abgeprüft. Nur mit der 6 zu drohen motiviert nicht und so kam keine Freude auf. Außerhalb der Schule war ich nämlich bei einem leichten Turnen, in einer Gruppe ebenfalls für körperlich leicht behinderte Kinder gewesen. Es war zwanglos und vollkommen frei von Ärger und hatte Spaß gemacht. Durch dieses private Bewegen gab es bei mir Fortschritte die in der Schule jedoch nicht honoriert wurden und folglich blieb die Motivation aus.
Allerdings, wenn heutzutage Schwimmunterricht so abläuft wie das Training einiger Vereine, welches ich bei meiner Schwimm-Runde mitbekommen habe, dann wundert es mich nicht wenn da Schüler die Lust verlieren und am Ende nicht schwimmen können. In den Vereinen wurde nur auf Leistung gedrillt. Da ging es nur um Geschwindigkeit. Die Teilnahme an irgendwelchen Meisterschaften war das Wichtigste. Es stellt sich die Frage ob das überhaupt auf die Dauer Spaß macht. Bewegung egal ob im Wasser oder nicht im Wasser sollte Spaß machen. Leistungsdrill alleine würde mir jedenfalls keinen Spaß machen und da ich dann mit Sicherheit die geforderten Leistungen auch nicht erbingen würde schon weil mein Körper das garnicht schafft, wäre ich wieder demotiviert so wie damals im Schulsport.
Wenn also die Schwimmausbildung nachlässt wird eine Folge davon leider sein das die Anzahl der Badeunfälle zunehmen wird, das letztendlich wieder mehr ertrinken werden. Ist das der Preis den man mit Sparsamkeit bezahlen will?
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Diese ganzen Schwimmscheine habe ich in meiner Jugend auch gemacht…
Frei-, Fahrten- und Jugendschwimmschein
Aber seit “150 Jahren” war ich nicht mehr schwimmen und hab damals irgendwie total den Spaß daran verloren *grübel*
Der eine lernt es einfacher, der andere gar nicht.
Der eine mag es, der andere nicht.
Es gibt auch Menschen die kein Fahrrad fahren können.
Ich denke aber es ist eher eine Aufgabe der Eltern ihren Kindern das Schwimmen beizubringen als der Schule.
Die Eltern können ihren Kindern das Schwimmen nur beibringen wenn sie es selber gut können. Selbst wenn die Eltern es können, ist noch lange nicht gesagt das sie auch ihren Kindern es beibringen können. Meine Eltern können schwimmen, aber ob sie mir es auch beibringen könnten, da habe ich so meine Zweifel.
Was das Fahrradfahren betrifft, bis 2004 wo ich 33 Jahre jung war gehörte ich auch zu den Menschen die kein Fahrrad fahren konnten.
Deshalb musste ich bei einer Klassenreise wo die Hin- und Rückfahrt mit dem Rad war, mit einem Lehrer im Auto mitfahren.
Gerds letzter Satz war auch mein erster Gedanken. Ich hatte damals als kleines Kind schwimmen gelernt und war dann auch mit meinen Eltern öfters im Schwimmbad.
Aber der Schulschwimmunterricht kam bei uns defintiv viel zu kurz. Anfangs wurden wir mit dem Bus immer in den Nachbarort gefahren, weil das Schwimmbad noch renoviert wurde. Als es dann fertig war haben sich zig Sportvereine, 712 Schulen und diverse andere Interessengruppen um das Bad gestritten, so dass wir folglich hin und wieder mal ein Schuljahr keinen Unterricht hatten – obwohl es eigentlich vorgesehen war. Geärgert hats mich trotzdem nicht, ich habe Schwimmen gehasst!
Bei mir war es genau anders, ich habe Schwimmen in der Schule gemocht und den Sportunterricht gehasst.